Nachholbeitrag Äthiopien und Weihnachten

Dienstag, 15.04.2014

Entschuldigt für die doch recht lange Pause. Auch wenn hier alles immer recht entspannt und langsam abläuft, ist immer viel zu tun und es bleibt wenig Zeit alle seine Erlebnisse aufzuschreiben.

Viel ist passiert seit dem letzen Eintrag. Wir mussten wegen unseres Visums Ende Dezember ziemlich plötzlich nach Addis Abeba ausfliegen. Damals war grade eine neue Regelung eingeführt worden, dass man wenn man ein weiteres dreimonatiges Visum möchte, ein Visum dazwischen braucht und das muss von außerhalb Ostafrikas kommen.

Auch wenn alles ein wenig hektisch war, war es dennoch sehr schön auch mal ein anderes afrikanisches Land kennen zu lernen. Und der Kaffee war super. Und günstig. Auch die Menschen waren allgemein hübscher. Nicht, dass sie hier hässlich wären. ;-)

Aber wenn in Kenia alles langsam geht so mussten wir uns erst mal wieder an die Schnelligkeit in Äthiopien gewöhnen. Unser Visum bekamen wir innerhalb von fünf Minuten und auf der Straße waren wir häufig die langsamsten.

Auch das Essen war gewürzt. Hier in Kenia eher eine Seltenheit. Anstatt des Grundnahrungsmittels Ugali gab es dort Injera, eine Art Sauerteig – Fladenbrot.

Insgesamt hat uns wahrscheinlich Äthiopien gut vor dem Kulturschock bewahrt, da wir zu der Zeit doch recht unzufrieden mit einigen Sachen in Kenia waren.

Nachdem wir dann nach fünf Tagen wieder in Nairobi landeten, machten Nadja und ich mich auf den Weg an die Küste. Ohne uns groß irgendwo aufzuhalten führte uns unsere Reise nach Lamu. Eine Insel recht weit nördlich. Dort gibt es keinerlei motorisierte Fahrzeuge, sondern jeglicher Transport wird mit Eseln durchgeführt. Egal ob es Ziegelsteine oder Getränke sind. Auch sind die Menschen hier sehr entspannt und einige sprechen auch deutsch. Man fühlt sich ein wenig wie ins Mittelalter versetzt. Oder tausend und eine Nacht. Jedenfalls einer der schönsten Orte, die ich bis jetzt in Kenia erlebt habe.

Kurz vor Weihnachten machten wir uns dann auf den Weg die Küste wieder runter. Während Nadja die Feiertage mit den anderen Freiwilligen in Malindi verbringen würde, machte ich mich auf die lange Reise zurück nach Kisumu. Schließlich wollte ich das Fest mit den Kindern in Bondo verbringen.

Also fuhr ich dann mit Barack von Kisumu nach Bondo, nachdem wir noch genügend Reis, Saft und Ugalimehl eingekauft hatten. Auch als wir ankamen, war noch einiges zu organisieren. So brauchten wir ein Zelt, weil die Sonne doch schon sehr stark sein konnte. Dann mussten wir noch weitere Sachen einkaufen, den Kindern und Verantwortlichen nochmals Bescheid sagen und auch dafür sorgen, dass alles rechtzeitig fertig wurde.

Alles in allem wurde es doch ein sehr schönes Fest. Wir lernten uns alle besser kennen, tauschten uns über unsere Vorstellungen und Ideen aus und hatten auch viel Spaß.

Am nächsten Tag ging es dann auch schon zurück nach Kisumu. Die restlichen Feiertage verbrachte ich dann recht häufig bei Freunden, da meine Mitbewohner ja noch auf Reisen waren.

Sylvester verbrachte ich mit Freunden erst mit einem schönen Essen und dann in einem unserer Lieblingsclubs dem Duke of Breeze, der sich auf einem Dach befindet. Um Punkt zwölf sprang ich von einem Stuhl in das neue Jahr. Nachdem wir dann noch Nachtbaden waren, fiel ich erschöpft aber glücklich ins Bett.

Neuigkeiten der letzten Zeit

Mittwoch, 04.12.2013

So….viel Zeit ist vergangen und es gibt viel zu berichten.  Nach Nairobi kehrte dann der Alltag wieder ein. Wir gingen zur Schule, unterrichteten und erkundeten Kisumu.

Mit der Wohnung in die wir eigentlich ziehen wollten wurde dann nichts, weil der Vermittler uns irgendwie übers Ohr hauen wollte und plötzlich das ganze Haus renoviert werden sollte.

Naja glücklicherweise fanden wir über Eric eine kleine Wohnung in Milimani. Das soll eines der sichersten Viertel in Kisumu sein. Hier leben hauptsächlich reichere Leute und Sicherheitsmänner fahren die Straßen hoch und runter. Hier sind keine Matatus erlaubt.

Ohne groß zu zögern zogen wir dann hier ein und trafen unseren neuen Landlord Peter, dem quasi der Compund gehört und auch selber darauf wohnt. Im Prinzip ist er Eric ziemlich ähnlich. Er trinkt viel, führt uns des öfteren mal zum Essen aus und ist natürlich sehr besorgt um uns. Aber alles in allem ist er doch nicht so präsent und aufdringlich.

So mussten wir also umziehen. Zum Glück hatten wir hier schon einige Leute kennengelernt, die bereit waren uns zu helfen. So durften wir zum Beispiel das Auto von Alistair beladen und unseren ganzen Kram von Mamboleo nach Milimani transportieren, Steve, ein Lehrer von unserer Schule und ein guter Freund von mir, half uns einigen Tisch zu ergattern zu einem normalen Preis und Ben vermittelte uns die Wohnung.

Der schlief dann allerdings auch einfach mal in unserem Wohnzimmer ein und ging danach wieder. Tja kenianische Kultur.

Um Danke zu sagen, luden wir sie alle zu einem „deutschen“ Essen ein und machten Kohlrouladen mit Klößen. Natürlich erst, nachdem wir auch unsere Stühle von Alina und Markus geholt hatten. Bei denen hatten unsere Vorfreiwilligen sie abgestellt.

Leider schlugen die Kohlrouladen Nadja ziemlich auf den Magen und auch ich, nachdem ich schon in der Schule keinen besonders guten Tag hatte, hatte einige Probleme mit dem Magen.

In der Schule war dann  plötzlich mein Ipod verschwunden, der in meiner Tasche auf dem Stuhl gelegen hatte, nachdem ich fünf Minuten außerhalb des Raumes war. Im Endeffekt tauchte er dann wieder auf, während eines Meetings über das Problem mit allen Lehrern. Und zwar dort, wo wir vorher alles sorgsam durchsucht haben. Theoretisch weiß jeder genau, wer das gewesen ist, aber um des Frieden willens und weil eine Entlassung viele weitere Probleme mit sich führen würde, haben wir es dann darauf beruhen lassen.

Am nächsten Tag kamen dann Peter und Corinna aus Nairobi zu Besuch. Weil es mir immer noch nicht so gut ging, blieb ich zu Hause, während die Anderen Ihnen das Rooftop zeigten.

Am nächsten Tag machten wir uns dann auf zu einer Wanderung in die nahgelegenen Berge. Zu uns stießen dann noch Steve, der Guide und Fredy, eine Freiwillige ohne Organisation, die eigentlich in Tansania arbeitet, aber aufgrund des Visums kurzzeitig nach Kenia ausreiste.

Nach einer ziemlich rasanten Pikifahrt, einem höchst anstrengenden Aufstieg, einem tollen Blick, vielen Fotos, einer Pause mit Mandazi und viel Spaß kamen wir erschöpft, aber glücklich wieder nach Hause. Nach dem wir uns erholt hatten, brachen wir alle auf ins Nachtleben und es wurde eine ziemlich lange Nacht.

Am nächsten Morgen schaffte ich es dennoch mich aufzuraffen und zur Kirche in Mamboleo zu gehen, in die mich Steve eingeladen hatte.

Anschließend gingen wir mit allen in ein Restaurant an den See und aßen einen riesigen Tilapia Fisch. Wir verabschiedeten Fredy und schauten abends noch einen Film in unserem Wohnzimmer.

Am Montag zeigten wir Peter unser Projekt ins St. Annes, während Corinna mit zu Carina und Lena in die Lutheran school ging. Nachdem wir noch über den Kibuyemarkt schlenderten endete unser Tag im Haandi Restaurant zu Feier unseres exakt zweimonatigen Aufenthaltes in Kenia.

Am Dienstagmorgen brach ich dann nach Bondo auf, dem Heimatdorf von Barack und Steve, zwei Lehrerkollegen von uns. In dieser Woche hatten wir frei, da Examen an unserer Schule geschrieben wurden.

Donnerstagabend war ich dann zurück, aber anstatt Freitag dann wieder in die Schule zu gehen, gingen wir zur graduation Feier der Lutheran school.

Am Sonntag guckten wir Fußball im Sports Ground und abends wurden wir noch zu einem Zusammensitzen und Restaurantbesuch mit dem Landlord und seinen Verwandten  gezwungen. Die Unterhaltungen gaben uns viel Stoff  zum Nachdenken, da die älteren Herrschaften uns die volle Dröhnung Luo Traditionen verpassten.  Die Rolle der Frau, Polygamie, die Überlegenheit des Mannes, die Bedeutung von Kindern und Ansehen sowie Heiratsregeln warfen einige Fragen und Diskussionen auf. Die Woche über bereiteten wir dann die Graduation, 22.11.2013, an unserer Schule St. Annes vor.

Die wurde dann auch ziemlich schön, allerdings unglaublich kitschig. Es werden immer kunterbunte Glitzerkarten, unendlich viele Glitterketten und Geschenke gekauft. Anschließend gab es noch ein abschließendes Essen mit den Lehrern zusammen und es wurden noch Geschenke verteilt. Dabei sind die Lehrer vollkommen ausgerastet. Wir saßen da nur mit offenen Mündern, während die Lehrer gekreischt, gesungen und geschrien haben. Sowas hat man echt noch nicht erlebt. Viele der Geschenke für die Lehrer waren Thermoskannen. Klar. Weils hier ja so kalt ist. Nadja und ich haben jeweils sechs Gläser bekommen. Immerhin etwas praktisch für unseren Haushalt.

Anschließend wurde noch gebetet und gesungen, was wiederum sehr schön war. Weihnachtsgeld wurde auch noch an die Lehrer verteilt und dann gab es ein großes Verabschieden und alle gingen nach Hause…

Am Samstag waren wir dann noch auf die Hochzeit von David und Lilian eingeladen. Sehr interessant eine kenianische Hochzeit. Anschließend ging es noch zu dem zweiten noch nicht fertigen Hotel von Alistairs Vater auf das Dach zu einem Barbecue und anschließend zu einer Poolparty…die allerdings ins Wasser fiel, aufgrund von Regen.

Jetzt haben wir also Ferien und bald geht es auf große Reisetour…

So die erste Ferienwoche ist vorbei.  Ziemlich stressig alles gewesen. Leider sind wir unerwartet ein wenig ärmer geworden. Sonntagnacht wurde bei uns eingebrochen und jetzt fehlen uns allen die laptops, Handys und Kameras. Obwohl das ein großer Schock war, sind wir froh, dass es uns allen gut geht und wir können auch alle gut schlafen. Materielle Dinge sind ersetzbar.

So verbrachten wir aber die halbe Nacht und den ganzen Montag damit zu Polizei zu laufen und zurück. Zum Glück war unser Landlord sehr hilfreich und auch Ben ( der Vermittler unserer Wohnung) hatte einige Connections bei der Polizei.

So kamen wir recht schnell dran und mussten aber wieder nach Hause um unsere Eltern anzurufen, die uns die Seriennummern der Handys geben mussten, damit man diese hoffentlich bald orten kann.

Am Dienstag gingen Nadja und ich erstmal ins KnK um dort unsere Mails zu checken, unsere Koordinatorin zu informieren und unsere Reise für Dezember zu planen. Anschließend einkaufen auf dem Markt und abends kam dann noch Eric vorbei, den wir natürlich auch unterrichtet hatten.

Er brachte einen CID Officer mit der hier anscheinend irgendwie mit dem FBI zu vergleichen ist. Dem brachten wir dann am Freitag nochmal Kopien von der Polizeibestandsaufnahme samt Seriennummern.

Am Mittwoch traf ich mich mit Steve und Barack auf ein Soda, während die anderen mit Irina und Alina ins Museum gingen. Abends gingen wir alle zusammen in ein vegetarisches, indisches Restaurant. Dabei waren dann auch noch Freiwillige aus einer anderen Organisation und Gideon, der neue Mitbewohner von Irina.

Donnerstag liefen wir viel herum und organisierten zum Beispiel noch unsere Töpfe von letzten Wochenende. Die hatten wir ins Alistairs Hotel nach dem Barbecue abgestellt. Außerdem besuchten wir noch Alina und Markus,die auch noch eine Tüte voller Dinge der früheren freiwilligen besaßen. Vorhänge wurden gekauft und Einkäufe für unsere Madazisession am Abend wurden erledigt.

Die wurden dann auchecht gut…fast so wie die, die wir hier immer kaufen. Mandazi sind kleine Gebäckteile, die einen ähnlichen Tag wie Berliner besitzen. Hier gibt es sie immer in der Teepause zum Tee.

Freitagabend gings dann mal wieder ins Nachtleben mit Pierpong auf dem Dach einer schottischen Bar und dem sehr afrikanischen Club Barcadia. Nach einer etwas kurzen Nacht musste ich schon wieder raus, da ich mich mit Steve für einen Museumsbesuch verabredet hatte. Nachdem wir uns im Sportsground getroffen hatten und schließlich doch noch ein ganzes Fußballspiel mit angeschaut hatten liefen wir dann zum Museum, welches auch ziemlich cool ist. Man kann dort ein ganzes Luodorf besichtigen und hat die Auswahl sich vor Krokodilen, Schlangen oder Schildkröten zu fürchten. Naja eher nicht so vor den Schildkröten. Auch ein Aquariumsgebäude sorgte für viel Spaß.

Heute, Sonntag, fuhr ich mit Alina, Alistair und Paunette einem Inder, der auch hier wohnt auf den See hinaus und wir fuhren Wasserski. Also ich versuchte es. Außer hilflos mit riesiegen schwimmenden Wasserski an meinen Füßen im Wasser rumzupaddeln passierte bei mir nicht viel. Nächstes Mal vielleicht. Mit einer Schwimmweste oder so.

Nachdem wir dann erschöpft noch etwas Essen gegangen waren, schauten wir noch kurz im Sportsground vorbei, wo Fußballfinale der kenianisches Jugend liefen, die Markus mit organisiert hatte. Schon krass, dass einige einfach barfuß spielten, während andere Stollenschuhe und Schienbeinschoner trugen. 

Da heute der erste Advent ist, haben wir vier Kerzen besorgt und kochen heute zusammen ein Adventsessen  in unserer WG.

Hippopoint, Nairobi und Verschiedenes

Dienstag, 05.11.2013

Vielleicht ziehen wir bald um. Näher in die Stadt. Eine Wohnung hätten wir schon. Sie liegt ziemlich an der Hauptstraße in einem Viertel, das sich Kondele nennt. Eigentlich heißt es laut einiger Lehrer anders, aber wie wissen wir nicht.

Noch funktioniert das Wasser dort nicht, also warten wir noch bis die Leitungen repariert sind. Dort zu wohnen hat einige Vorteile. Wir sind näher an der Stadt und brauchen nicht immer eine Stunde und riesige Planung um irgendwohin zu kommen. Das nach Hause kommen am Wochenende wird leichter. Fahrtkosten reduzieren sich. Einkaufen ist einfacher und Freunde besuchen. Und wir müssen keinen endlosen Matschweg von unserer Station nach Hause laufen. Kein Eric und ein wenig mehr Privatssphäre, weil jeder seinen eigenen Raum bekommen würde. Wenn man den ganzen Tag mit Menschen zusammenhockt und niemals alleine ist, geht einem das irgendwann auf die Nerven.

Wir werden dann auch jeweils für uns selber einkaufen. Also muss ich Geld managen. Bisher haben das entweder meine Eltern gemanaged oder wir haben das hier mit der Gastfamilie irgendwie organisert. Wuhu ich werde selbstständig. Vielleicht.

Ich werde eine Exceltabelle erstellen. Das hab ich bei anderen Leuten so gesehen. ;)

 

Am Samstag waren wir am Hippopoint. Das ist ein offener Platz direkt am See, wo am Wochenende viele Leute herumspazieren, picknicken und feiern. Eigentlich sieht man in der Abenddämmerung Hippos, aber wir hatten leider kein Glück. Vielleicht nächstes Mal. Dann kann man auch eine Bootsfahrt machen und die Wahrscheinlichkeit erhöht sich. Die ist leider für uns Weiße überteuert. Mal schauen, ob man das noch runterhandeln kann.

   

 

 

So Nairobi. Nairobi ist eine riesige, laute Stadt, die irgendwie immer chaotisch erscheint und trotz allem funktioniert. Die Fahrtkosten stiegen dort extrem in die Höhe. Als wir am Donnerstagmorgen nach der Nachtbusfahrt, etwas müde, an der railway station ankamen, holte uns Nelson ab, während wir Nairobi im Sonnenaufgang betrachteten.

Nadja und ich fuhren dann erstmal zu Nelson Zimmer und legten unsere Sachen dort ab, damit wir sie nicht überall rumschleppen mussten.

Anschließend beschlossen wir, in das national museum von nairobi zu gehen und erstmal das typische Touriziel abzuarbeiten.

Um Geld zu sparen, behaupteten wir einfach wir wären 16, weil die Preise für erwachsene foreigners ziemlich hoch waren. Und wir haben ja nicht so viel.

Das Museum an sich ist theoretisch ganz interessant. Es gibt viele lebensechte ausgestopfte Tiere, unter anderem einen riesigen Elefanten, eine Giraffe und ein Zebra.

Außerdem kann man dort die mit ältesten menschlichen Skelette und Schädel besichtigen und erfährt einiges über die Geschichte Kenias und Nairobis.

Nelson und Nadja verboten mir auf den riesigen Dino draußen vor dem Museum zu klettern, weil sie mich dann im Gefängnis besuchen müssten.

Noch schnell an einem der unzähligen kleinen Imbisse Chips Masala gegessen und es wurde auch Zeit Carina und Lena unsere Mitbewohner in Kisumu von der Busstation abzuholen.

Da ihr Bus aber bei uns 8also bei Nelson) vorbeifahren würde beschlossen wir uns erst in Ngong zu treffen, welches die letzte Station der Linie 111 ist und gleichzeitig die Station von zwei anderen Frewilligen von via e.v. Corinna und Peter. In deren Wohnung haben wir dann auch übernachtet.

 

Freitag morgen ging es dann zu Corinnas Projekt. Sie arbeitet in einem Waisenhaus und bringt mittags den Kindern in der Schule immer ihr Essen. Ansonsten erledigt sie alle Arbeiten, die so anfallen, wie auf kleine Kinder aufpassen, Schulpullover mit Namen benähen und kochen.

Danach ging es auf den Toy Markt in Nairobi, ein riesiger Markt, wo es alles von Kleidung über Betten bis zu Essen zu kaufen gibt.

 Samstag war dann Peters Projekt unser erster Punkt. Ein Naturprojekt, welches sich mit einem Wald beschäftigt, den es wieder aufforstet, pflegt und versucht den Kenianern einen besseren Umgang mit ihrer Umwelt und der Natur beizubringen. Mit Peter gingen wir dann in Karen, einer Vorstadt die besonders für ihren hohen Weißen- und Reichen-Anteil bekannt ist, und nach der Autorin Karen Blixen benannt ist, Mittag essen und fuhren nach Nairobi zum Kenyatta Conference Center, einenm Turm von dem man über ganz Nairobi blicken kann. Auf dem Massai Market kaufte ich dann ein Kenia Armband. Damit fühlt man sich fast wie ein Einheimischer. Peter verabschiedete sich am Nachmittag, da er für 3 Wochen zu einer Zweigstelle seines Projekts nach Malindi fuhr.

Am letzten Tag gingen wir doch nicht in den Nationalpark sondern entschieden uns für den City Market und die Gedenkstätte des Attentats von 1998. Der erste bekannte Terroranschlag von Al-Quaida hat damals die Amerikanische Botschaft als Ziel gehabt und vielen Menschen das Leben gekostet. An dem Platz zu stehen, wo so etwas passiert ist, ist schon ziemlich beeindruckend und berührend.

Sonntagabend machten Nadja und ich uns dann wieder auf den Heimweg. Wieder eine Busfahrt über nacht. Montagmorgen ging es dann ein wenig müde direkt zur Arbeit.

Insgesamt eine sehr interessante und lehrreich Reise und bestimmt nicht das letzte Mal in Nairobi.

Nelson und ich Ngong Peter`s Wald Wald again  Peter unser guide  Ngong Riesenbambus national museum Kenyatta conference centre Kenyatta conference centre  Kenyatta conference centre Kenyatta conference centre

Schwimmen und andere Dinge

Dienstag, 08.10.2013

Heute waren wir mit der vierten Klasse schwimmen. Ziemlich spontan. Die meisten Kinder hatten garkeine Schwimmsachen mit. Aber das machte nichts. Unterwäsche reichte aus. Wir fuhren also mit einem ziemlich überfüllten Matatu zum Milimani Resort. Das liegt in einem eher gutem Viertel in Kisumu, wo es viele Clubs gibt. Keine Nachtclubs, sondern Gelände, die gut gelegen sind, meist einen Pool haben und wo man etwas essen und trinken kann.

Wir als Lehrer hatten auch unseren Spaß und unsere Kleider waren mehr als einmal komplett nass. Jedoch auch innerhalb von ein paar Minuten wieder komplett trocken. Nächstes Mal nehmen wir Schwimmsachen mit.

Da wir erst gegen 2 pm losgefahren waren, kamen wir heute ziemlich spät von der Arbeit. Es wird ja immer schon um sechs dunkel. Das ist ein wenig irritierend und manchmal ein bisschen stressig.

 

Wir planen ein Schwimmprojekt mit den Kindern der höheren Klassen. Ca. die Hälfte der Kinder können nicht schwimmen. Als werden wir es ihnen beibringen. Dafür hat Nadja ihren Schwimmverein zu Hause gefragt und wir bekommen bald Schwimmhilfen zugeschickt und wollen dann einmal in der Woche mit den Kindern schwimmen gehen.

 

Am Mittwochabend fahren wir nach Nairobi. Das erste Mal hier verreisen. Zwar erwartet uns dort Nelson, der Cousin von Princess, der eigentlich hier in Kisumu neben uns wohnt und grade in Nairobi ist, aber trotzdem sind wir ein wenig nervös.

Vor allem auch wegen des kürzlich vorgefallenen Anschlags auf das Westgate.

Heute hatte ich eine sehr interessante...nennen wir es Unterhaltung...eigentlich eher Streit über das Thema schwul oder lesbisch sein. Sagen wir es freundlich: Es gibt hier sehr festgefahrene Meinungen.

Am Samstag im Rooftop hab ich einen halb Kenianer und halb Engländer getroffen,der auch Tennis spielt.

Wir haben uns natürlich gleich verabredet, allerdings wird das erst etwas nach Nairobi.

Er sieht ziemlich witzig aus. Helle Haut und abstehende Korkenzieher Kenianerhaare.

 

Princess unsere Gastschwester ist gestern nach Nairobi abgereist , um von dort aus nach Amerika zu fliegen. Für ziemlich lange Zeit. Wir sind nicht sicher, ob sie wieder kommt, bevor wir abeisen.

Das war ziemlich traurig irgendwie. Schon nach drei Wochen hatten wir sie sehr ins Herz geschlossen.

Massaimarkt

Freitag, 04.10.2013

 

So der Massaimarkt war nur eine Straße.Aber wir waren die einzigen Weißen und so wurden wir extrem belagert. Ein Typ wollte mir einen Holzbogen andrehen. Klar warum nicht. Kann man immer gebrauchen. Um sein Essen zu erlegen oder so.

Naja im Endeffekt hab ich eine Umhängetasche erworben mit afrikanischen Motiven drauf. Ja ich weiß. Typisch Touri. Aber im Prinzip bin ich das ja auch. Und ein bisschen Klischee erfüllen muss man doch.

Immerhin habe ich den Preis von 400 Sh auf 250 Sh runtergehandelt. Ich war sehr stolz auf mich. 100 Sh entsprechen ungefähr einem Euro.

Auch auf anderen Märkten waren wir schon. Massen an Obst, Gemüse, Fisch und jeglichen Krimskrams findet man dort.

Aber man sollte immer mit einer schwarzen Person unterwegs sein, sonst zahlt man den Mzungu (Weißen auf Kisuaheli) Preis.

Guba - unsere Station zum aussteigen die Straße in die Stadt Fisch auf dem Markt ein Tuktuk :D Fish again Markt öffentliche Verkehrmittel und Menschen in Wintersachen die Straße nochmal die Straße :D Erbsen auf dem Markt Makrt Obst und Gemüse Geschäfte am Straßenrand Sonnenuntergang in Kenia

Mein Projekt

Sonntag, 29.09.2013

Unser Projekt ist die St. Annes primary school. Dort gehen ungefähr 620 Kinder zur Schule und es gibt ca. 22 Lehrer. Mit uns nun 24.

Hauptsächlich unterrichten wir P.E. Ind den ersten bis dritten Klassen. Aber heute zum Beispiel haben wir auch die gesamte Oberstufe (also die 4. bis 8. Klasse) unterrichtet.

Wir versuchen den Unterricht so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, indem wir ihnen einfache neue Spiele beibringen, die meist auch sehr gut angenommen werden und viel Spaß bereiten.

Die Kinder so glücklich zu sehen ist ein tolles Gefühl. Diese Woche haben wir Luftballons mit in die Schule gebracht und sie waren das absolute Highlight. Im Gegensatz zu den Kindern in Deutschland, können die sich hier stundenlang fröhlich mit einem Luftballon beschäftigen. Es gibt auch viele lustige Spiele, die wir mit ihnen ausprobiert haben. Zum Beispiel den Luftballon zwischen den Bäuchen tragen und gegen eine andere Gruppe so schnell wie möglich die andere Seite des Feldes zu erreichen.

Oft möchten die Jungs allerdings Fußball spielen und die Mädchen Seil springen. Manchmal sind wir soviele Schüler, dass wir sie in Gruppen aufsplitten müssen. So hatten wir heute zu zweit hundert Schüler auf dem Sportfeld.

Häufig nehme ich eine Trillerpfeife mit und fühle mich damit wie eine richtige Sportlehrerin. So kommen wir jeden Morgen um neun mit dem Matatu in die Schule. Eigentlich beginnt die Schule schon um acht, aber der Sportunterricht beginnt erst 9.30 am. Morgens beten und singen die Lehrer immer im Lehrerzimmer ( stuffroom). Das ist ein schönes Ritual. In der ersten Pause gibt es immer Tee nach britischer Art: schwarzer Tee mit ganz viel Milch und Zucker in einer riesigen Teekanne aus Blech. Man kann auch kleine typisch kenianische Snacks kaufen, die einige Frauen oder Lehrerinnen selber machen. Wie Mandazi oder Ähnliches. Lunchtime ist immer um 12.40. Meist gibt es Ugali mit den Kohlrabiblättern. Gegessen wird mit den Händen. Vorher werden natürlich die Hände mit dem Wasser aus einem kleinen Wasserkanister gewaschen. Ohne Seife. Man wird generell sehr dreckig während des Schultages. Man schwitzt inder Hitze, in der prallen Sonne auf dem Sportplatz, wo man ca. 4 Stunden in der Sonne steht und der Staub wird aufgwirbelt und setzt sich an jede kleinste Stelle. Nächste Woche wollen wir dann auch den Französisch, Lifeskills und Deutschunterricht in Angriff nehmen. Mal sehen ob wir dann auch alleine vor einer Klasse bestehen.

 

Die Kinder lieben uns. Es gibt quasi keinen Moment in dem nicht drei, vier Kinder an jeder Hand hängen. Sie streiten sich regelrecht darum, wer uns an der Hand halten darf und uns die Sachen tragen darf. Aber ich habe sie alle schon sehr lieb gewonnen, auch wenn ich sie kaum auseinanderhalten kann und ihre Namen weder aussprechen geschweige denn mir merken kann.

Besonders die babyclass ist sehr süß. Dort sind die Kinder ca. 2-3 Jahre alt und freuen sich jedesmal wahnsinnig wenn man ihnen nur zuwinkt.

 

Die Lehrer sind auch alle sehr nett zu uns. Sie helfen uns mit allem, sind zuvorkommend und interessiert. Man fühlt sich sehr willkommen im Kollegium.

 

Einer der witzigsten Momente der Lehrer war, dass wir zufällig in einen Klassenraum schauten und dort einen Lehrer mit einer Schülerin vor der Klasse tanzen sahen. Sie hatten sehr viel Spaß dabei. :-D Die Lehrer sind insgesamt sehr liebevoll zu den Schülern, aber die Schüler haben auch Respekt vor den Lehrern. Leider werden sie auch des öfteren mit Stöcken geschlagen. Meist nicht sehr doll, aber dennoch nicht angenehm. Auch das Zusehen nicht. Für die Kinder dort ist das Alltag und sie sind daran gewöhnt.

Die Schulgebäuder sind ziemlich unterschiedlich. Zum Beispiel sind die ersten bis dritten klassen nur in schulterhohen Wellblechwänden mit einem Dach drüber. Dadurch hört man natürlich alles von der Nachbarklassen und wenn die singen, muss man mit dem Unterricht eine Pause einlegen.

Die Klassen sind ziemlich überfüllt. Räume der babyclass  Räume der ersten bis dritten Klasse eine überfüllte klasse

Die anderen Freiwilligen und feiern in Kisumu

Sonntag, 29.09.2013

 

Am Dienstag waren abends nach der Arbeit in unserem Projekt noch in der Stadt. Zum ersten Mal wurden wir endlich alleine gelassen. So frei hatten wir uns in der ganzen Zeit dort noch nicht gefühlt. So gingen wir zur Bank, schlenderten über den Markt und besorgten einige Dinge.

Eigentlich wollten wir uns ja mit Eric treffen um mit ihm einkaufen zu gehen, weil er ja quasi das Essensgeld bekommt von Via e.V. sodass er unser Essen bezahlt. Natürlich hatte er es irgendwie vergessen und drehte es dann so, dass nicht er sich mit uns treffen wollte, sondern er extra jetzt für uns in die Stadt kommen würde.

Schließlich waren wir dann einkaufen und er machte keinen Finger krumm und ließ uns alles tragen, ließ uns warten und fuhr uns dann aber doch netterweise zu dem indischen Restaurant wo wir uns mit anderen deutschen Freiwilligen aus Kisumu treffen wollten. Da er ja müde war und uns nicht alleine nach Hause gehen lassen wollte, holte er uns um acht schon wieder ab, sodass wird ganze anderthalb Stunden hatten, die auch sehr schön und aufschlussreich waren, aber am Ende doch sehr hektisch, da das Essen sehr lange brauchte und wir natürlich auch Eric nicht verärgern wollten und auf der anderen Seite auch nicht so schnell von den anderen Freiwilligen aufbrechen und unser Essen in Ruhe essen wollten.

 

Natürlich wissen die Kenianer auch zu feiern. Gleich am ersten Wochenende waren Nadja und ich mit Princess und Pet den Töchtern unseres Gastvaters unterwegs. Wir fuhren mit dem Auto in die Stadt und gingen als erstes ins Rooftop. Das befindet sich auf einem Dach, von dem man über einen Teil von Kisumu blicken kann. Hier treffen sich viele Weiße und man schließt schnell Bekanntschaften, allerdings ist es dann auch nicht typisch kenianisch. So gingen wir nach dem letzten Lied in eine Bar/Club namens Barcadian oder so ähnlich, der aber sehr voll war und wir als Weiße die Hauptattraktion waren. So suchten wir dann den nächsten Club, was uns in das Loughing Buddha führte. Es war irgendwie voll von Indern, von denen einige sehr spendabel waren.

Der afrikanische Tanzstil ist sehr kontaktfreudig, intensiv und jeder hat sehr viel Spaß dabei. :-D

 

Unser erstes Tiererlebnis und unser Gastvater Erik

Sonntag, 29.09.2013

Unser erstes afrikanisches, freilebenbendes Tier war ein Chamäleon. An unserem ersten Arbeitstag fuhren wir mit unserem Gastvater Eric zur Schule. Plötzlich hielt er mitten auf dem Feldweg an und wir mussten das Chamäleon fotografieren. Es wechselte grade seine Farbe zu grün. Um weiter zu fahren, nahm er einen Stock und schmiss es damit in die Büsche. Schade nur, dass das Kakteen waren. Wir hoffen nur, dass es nicht tot ist.

 

User Gastvater braucht eigentlich ein Kapitel für sich.

Dieser Typ ist unglaublich.... anstrengend.

Sehr überbesorgt, redet den ganzen Tag ununterbrochen und macht fast nichts selber. Er zieht sich nicht mal selber an und seine Töchter putzen seine Schuhe. Dann widerum will er uns überall hinfahren, was ja eigentlich nett ist, aber er lässt uns überhaupt keinen Freiraum ein wenig selbstständig zu sein, sodass wir quasi von ihm abhängig sind.Wir essen jeden Abend bei ihm und wir müssen meist Wein mit ihm trinken. Beim Essen, das er natürlich seine Angestellte und seine Töchter kochen lässt, springt er auf, fuchtelt mit seinem elektrischen Fliegentöter herum, geht duschen oder telefoniert.

Manchmal haben wir das Gefühl er will uns nur herum zeigen, damit er irgendwann wieder ins Parlament kommt und seine Wählerschaft erhöht.

Naja schauen wir mal, wie das noch wird. Wir wollen ja niemandem etwas unterstellen.

 

 

 

 

Steine essen

Sonntag, 29.09.2013

Als wir am Sonntag auf dem Markt in Kisumu waren, wurden überall komische Steine verkauft. Als wir Princess danach fragten, kaufte sie welche und erzählte uns man könne sie essen. Wir dachten erst sie würde uns auf den Arm nehmen, aber man konnte sie wirklich essen. Sie schmeckten schrecklich. Nach Sand und Mehl gleichzeitig. Aber sie sollen sehr gesund sein und schwangere Frauen mögen sie angeblich sehr gerne. Generell ist hier alles sehr gesund ;)

Das Essen

Sonntag, 29.09.2013

 

Das Essen in Kenia und wahrscheinlich in ganz Afrika ist sehr interessant. Grunlage ist meist Ugali, was eine Art Maisbrot ist. Sehr trocken, aber schmeckt relativ gut. Manchmal gibt es auch Chapati, das aussieht und auch ein wenig schmeckt wie Pfannkuchen. Es ist eine Mischung aus Gerste, Hirse und Weizen. Reis gibt es auch oft. Das spinatähnliche Zeug, das aus Kohlrabiblättern besteht gibt es auch sehr oft dazu. Ziemich gesund das Zeug. Es wird Scumawiki oder so genannt. Bohnen, Kohl und auch Bananen und Kürbis gibt es häufig. In jedweder Form.

Fleisch wird uns auch oft angeboten, ist aber kein Standard hier. Papaya und Ananas vom Markt schmecken ziemlich gut, hundert mal besser als in Deutschland und extrem frisch.

Die Wassernelonen sind riesig. Ungefähr so groß wie wie zwei Köpfe oder wie ein 5 Liter Behälter. Insgesamt habe ich jedenfalls keine Probleme mit dem Essen bekommen. Die spzielleren Dinge habe ich allerdings noch nicht alle probiert. So gab es in der Schule kleine Fische, die irgendwie fritiert waren und man hat sie im ganzen gegessen. Mit Augen, die einen angeschaut haben. Einen habe ich probiert und es dann gelassen.

Ich bin gespannt, was uns da noch so erwartet.

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